Willkommen zu Ihrem Lernpfad für die Entwicklung motivierender, handlungsorientierter Lernaufgaben im Praxislernen. Dieser Lernpfad führt Sie Schritt für Schritt vom ersten Teamtreffen über die Erkundung echter Arbeitsprozesse bis zur fertigen, fächerübergreifenden Lernaufgabe, die Schülerinnen und Schüler wirksam beim Lernen unterstützt.
Sie gestalten Lernaufgaben, die Praxis und Schule verbinden, berufsbezogene Inhalte mit den Themen des Rahmenlehrplans (RLP) Teil B und C verknüpfen sowie unterschiedliche Lernniveaus berücksichtigen. Die Schritte sind so strukturiert, dass Sie jederzeit flexibel handeln können. Sie entscheiden selbst, ob und in welchem Umfang Sie Schülerinnen und Schüler aktiv einbeziehen – empfohlen ist es in allen Schritten.
Dieser Lernpfad bietet Ihnen eine klare Struktur, vertiefende Hinweise, beispielhaft aus dem Berufsfeld Landwirtschaft & Gartenbau, Checklisten, Reflexionsfragen und Materialien aus der Toolbox Praxislernen.
Machen Sie jetzt den ersten Schritt – und gestalten Sie Lernaufgaben, die das Lernen für alle Beteiligten bereichernd und unterstützend begleiten.


TIPP
Mit dem neuen interaktiven Wegweiser Praxislernen bietet Ihnen die Koordinierungsstelle Praxislernen des Netzwerk Zukunft ein digitales Unterstützungsangebot zur Einführung, Umsetzung und Evaluation des Praxislernens insgesamt. Auch die Erstellung von Lernaufgaben wird aufgegriffen.
So nutzen Sie den Lernpfad zur Erstellung von Lernaufgaben
Der Lernpfad ist in sechs thematische Kapitel gegliedert, die Sie Schritt für Schritt durch den Entwicklungsprozess führen. Sie können die Kapitel der Reihe nach bearbeiten oder gezielt einzelne Abschnitte auswählen – ganz so, wie es zu Ihrem Bedarf und Zeitrahmen passt.
Die Angaben zu Zeitbedarfen unterstützen Sie bei der Planung: Sie basieren auf erprobten Erfahrungswerten, lassen sich aber flexibel an die Bedingungen Ihrer Schule anpassen.
Alle Inhalte sind modular aufgebaut, sodass Sie jederzeit pausieren, später fortsetzen und bei Bedarf zurückspringen können. Verlinkte Materialien, Vorlagen und Beispiele unterstützen Sie dabei, direkt aktiv zu werden. So behalten Sie jederzeit den Überblick und können den Lernpfad individuell und flexibel in Ihren Schulalltag integrieren.
1TEAM BILDEN & STATUS QUO ERFASSEN
„Gemeinsame Basis schaffen“
TEAM BILDEN & STATUS QUO ERFASSEN
„Gemeinsame Basis schaffen“
TEAM BILDEN & STATUS QUO ERFASSEN
Ziel & Ergebnis
Nach diesem Schritt haben Sie ein multiprofessionelles, arbeitsfähiges Lernaufgaben-Team. Sie wissen, wer mitarbeitet, welche Kompetenzen im Team vertreten sind und wie Sie effektiv zusammenarbeiten. Sie haben eine erste Übersicht über vorhandene Materialien, Erfahrungen und Praxislernorte und können daraus konkrete Entwicklungsziele ableiten.
OPTIONAL
Sie haben entschieden, ob und wie Sie Schülerinnen und Schüler als beratende oder kreative Partner einbeziehen möchten.
Zeitbedarf
Planen Sie etwa 90 Minuten ein, um ein arbeitsfähiges Team zu bilden und gemeinsam den aktuellen Stand zu erfassen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Starten Sie mit einer gezielten Einladung.
Gewinnen Sie Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Fachbereichen, Personen aus der Schulsozialarbeit sowie Interessierte mit Bezug zu Praxislernorten.
TIPP: Sie können außerdem Schülerinnen und Schüler gezielt ansprechen, etwa aus einem Seminarkurs oder einer Arbeitsgemeinschaft (AG).

2. Klären Sie Ihr gemeinsames Ziel.
Formulieren Sie gemeinsam: Wofür gibt es dieses Team? Was wollen wir konkret erreichen?
Typisches Ziel: „Wir entwickeln fächerübergreifende, handlungsorientierte Lernaufgaben für das Praxislernen in Betrieben des 9. Jahrgangs.“
3. Sammeln Sie die Stärken und Kompetenzen des Teams.
Nutzen Sie für die Zusammenarbeit beispielsweise ein Team-Canvas (analog oder digital). Notieren Sie Fachbereiche, Erfahrungen mit Praxislernen, Kontakte zu Betrieben, Kreativkompetenzen, Organisationstalent usw.
4. Verteilen Sie Rollen und Zuständigkeiten.
Legen Sie im Team fest, wer Koordinationsaufgaben übernimmt, wer Kontakt zu Praxislernorten hält, wer Material pflegt und wer die Protokolle führt. Der Teamstrukturarbeitsplan unterstützt Sie dabei.
OPTIONAL Geben Sie Schülerinnen und Schülern Rollen wie „Perspektivengebende“, „Ideenprüfende“, „Qualitätsbegleitende“.
5. Entscheiden Sie über Ihre Arbeitsformen.
Bestimmen Sie feste Treffen, digitale Ablageorte und eine einfache Entscheidungsstruktur. Nutzen Sie die in ihrer Schule gängigen und datenschutzkonformen Tools, z. B. Task Cards oder die Brandenburger Schulcloud. Bei dem Einsatz von KI beachten Sie bitte auch den „Handlungsleitfaden zur Nutzung von textgenerierenden KI-Anwendungen an Schulen im Land Brandenburg“ des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg (MBJS).
6. Klären Sie Ihren Status Quo.
Sammeln Sie vorhandene Lernaufgaben, Materialien und Erfahrungen. Analysieren Sie: Was funktioniert, was fehlt? Formulieren Sie daraus konkrete Entwicklungsziele und einen realistischen Zeitplan.
Mini-Beispiel
In Ihrer ersten Sitzung liegt ein großes Papier-Canvas auf dem Tisch. Sie bitten jede Person, drei Stärken auf Karten zu schreiben.
- Deutschlehrerinnen und -lehrer bringen Erfahrung in Leistungsdifferenzierung ein
- W-A-T-Lehrerinnen und -Lehrer kennen regionale Praxislernorte
- Schülerinnen und Schüler möchten digitale Dokumentationen unterstützen
Gemeinsam ordnen Sie die Karten nach Fachlichkeit, Organisation und Kreativität.

Danach verteilen Sie Aufgaben:
Die Deutschlehrkraft übernimmt die Aufgabentexte, die W-A-T-Lehrkraft die Kontakte zu Praxislernorten, ein Schüler die digitale Struktur. Sie beschließen zweiwöchentliche Treffen und richten einen gemeinsamen Kursraum in der Brandenburger Schulcloud für die weitere Zusammenarbeit ein.
Check & Qualität
Haken Sie ab, wenn …
- ✓ Ihr Team benannt, erreichbar und vollständig ist.
- ✓ Rollen und Zuständigkeiten klar und transparent verteilt sind.
- ✓ eine realistische Arbeitsweise (Treffen, Tools, Ablage) vereinbart wurde.
- ✓ (Optional) die Einbindung von Schülerinnen und Schülern geklärt ist.
- ✓ Entwicklungsziele und Zeitplan dokumentiert sind.
Typische Stolpersteine
- Rollen und Zuständigkeiten sind unklar oder werden nicht schriftlich festgehalten.
- Die Treffen sind unregelmäßig oder ineffizient geplant.
- Die Ziele des Teams bleiben zu vage („Wir entwickeln Lernaufgaben“).
Verweise & Materialien
Reflexion & Transfer
- Was hat uns als Team heute besonders geholfen, Klarheit zu gewinnen?
- Welche Struktur oder Rollenverteilung sollten wir beim nächsten Treffen nachschärfen?
- Welche Anpassungen sollten wir beim nächsten Treffen durchführen?
- Welche Materialien oder Praxislernorte müssen wir noch erfassen?
Einbindung der Schülerinnen und Schüler (OPTIONAL)
- + Binden Sie Schülerinnen und Schüler als Ideenprüfende, Perspektivengebende oder Qualitätsbegleitende ein.
- + Beziehen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler in die Analyse des Status quo ein, zum Beispiel indem sie kurze Interviews oder Mini-Umfragen mitgestalten oder daran teilnehmen.
Einbindung des Praxislernorts
- Beziehen Sie Praxislernorte frühzeitig ein und sammeln Sie Informationen zu Tätigkeiten, Abläufen und Anforderungen.
- Holen Sie erste Rückmeldungen ein, welche Aufgaben realistisch umsetzbar sind.
Unterstützungsangebote der Koordinierungsstelle Praxislernen
- Nutzen Sie die Beratung bei Fragen zur Teamzusammensetzung und Einbindung von Praxislernorten.
- Setzen Sie die hilfreichen Materialien und Vorlagen der Toolbox Praxislernen ein
- Nehmen Sie die Begleitung im Prozess der Erarbeitung von Lernaufgaben in Anspruch – zum Beispiel durch schulinterne Lehrkräftefortbildungen, die die Koordinierungsstelle bei Ihnen vor Ort durchführt.
2PRAXISLERNORTE GEMEINSAM ERKUNDEN
„Praxis erleben und verstehen“
PRAXISLERNORTE GEMEINSAM ERKUNDEN
„Praxis erleben und verstehen“
PRAXISLERNORTE GEMEINSAM ERKUNDEN
Ziel & Ergebnis
Nach diesem Schritt wissen Sie, welche Tätigkeiten, Abläufe und Anforderungen am Praxislernort auf die Schülerinnen und Schüler warten. Sie erkennen, welche fachlichen Inhalte (Rahmenlehrplan Teil C) und welche fächerübergreifenden Themen (Rahmenlehrplan Teil B) sich mit diesen Tätigkeiten verknüpfen lassen.
OPTIONAL
Sie wissen, wie Sie Schülerinnen und Schüler sinnvoll in die Erkundung einbeziehen können.
Zeitbedarf
Rechnen Sie mit etwa 90 Minuten für die Erkundung vor Ort und weiteren ca. 45 Minuten für die gemeinsame Nachbereitung und Auswertung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Starten Sie mit dem Ziel der Erkundung.
Formulieren Sie klar, z. B.: „Wir wollen herausfinden, welche Tätigkeiten sich für Lernaufgaben eignen und wie wir diese mit dem Rahmenlehrplan verbinden können.“

2. Vereinbaren Sie einen Erkundungstermin mit dem Praxislernort.
Ideal ist ein Rundgang mit fachkundigen Ansprechpersonen, die typische Tätigkeiten erklären und Fragen beantworten.
OPTIONAL Nehmen Sie eine kleine Schülergruppe mit, die später als Mitgestaltende fungieren kann.
3. Beobachten und dokumentieren Sie gezielt.
Nutzen Sie das Arbeitsblatt zur Betriebserkundung, um Tätigkeiten, Materialien, Abläufe, Sicherheitsaspekte und Anforderungen zu erfassen.
Achten Sie auf: Was tun die Beschäftigten? Welche Kompetenzen brauchen diese? Welche Probleme lösen diese?
TIPP: Gespräche mit Mitarbeitenden liefern wertvolle Zusatzinformationen.
4. Notieren Sie erste schulische Bezüge, ordnen Sie Beobachtetes direkt grob zu.
- Rahmenlehrplan (RLP) Teil C: fachliche Inhalte (z. B. Biologie, Mathematik, Deutsch)
- Rahmenlehrplan (RLP) Teil B: fächerübergreifende Themen (z. B. Nachhaltigkeit, Medienbildung, ökonomische Bildung, Gesundheitsförderung)
- Rahmenlehrplan (RLP) Teil A: überfachliche Kompetenzen (z. B. Kommunikation, Selbstständigkeit)
5. Sammeln Sie Ideen für mögliche Lernaufgaben.
Halten Sie fest: Welche Tätigkeiten eignen sich für handlungsorientierte, fächerübergreifende Aufgaben? Welche Lernprodukte wären denkbar? Welche Teile der Lernaufgabe können sinnvoll direkt am Praxislernort bearbeitet werden – und welche Vorteile ergeben sich daraus für die Lernenden und den Praxislernort?
OPTIONAL
Lassen Sie Schülerinnen und Schüler spontan Ideen äußern: „Wie könnte daraus eine Lernaufgabe entstehen?“
Mini-Beispiel
Erkundung im Berufsfeld „Landwirtschaft & Gartenbau“
Ihr Team besucht einen nahegelegenen Gärtnereibetrieb. Während des Rundgangs beobachten Sie Arbeitsprozesse wie Pikieren, Bewässern, Bodenanalyse, Schädlingskontrolle und Verkaufsgespräche. Sie notieren die beobachteten Tätigkeiten und ihre spontanen unterrichtlichen Ideen:
- „Boden-pH messen“ (Mathematik/Biologie)
- „Pflanzeninformationstafel gestalten“ (Deutsch/Medienbildung)
- „Nachhaltige Bewässerungssysteme vergleichen“ (Naturwissenschaften/ Nachhaltigkeit).
Im Austausch mit den Mitarbeitenden erfahren Sie, welche Kompetenzen im Alltag besonders wichtig sind, welche Probleme häufig auftreten und wie Aufgaben effizient gelöst werden. Diese Gespräche liefern wertvolle Hinweise, welche Teile einer Lernaufgabe direkt im Betrieb bearbeitet werden können und wo der Praxisbezug besonders hoch ist.
Nebenbei schlägt eine anwesende Schülerin vor, einen „Wochenplan für Jungpflanzen“ zu erstellen – ein wertvoller Hinweis für eine spätere Lernaufgabe.
Check & Qualität
Gute Erkundung gelingt, wenn …
- ✓ Sie gezielt auf Tätigkeiten achten, die sich für Lernaufgaben eignen.
- ✓ Sie systematisch dokumentieren (Arbeitsblatt nutzen).
- ✓ Sie Bezüge zu RLP Teil B und C des Rahmenlehrplans unmittelbar festhalten.
- ✓ Sie mindestens eine konkrete Idee für eine Lernaufgabe mitnehmen.
Typische Stolpersteine
- Besuch verläuft zu offen, ohne klare Beobachtungsaufträge.
- Schulische Bezüge werden erst später gesucht (statt direkt vor Ort).
- Tätigkeiten werden nur beschrieben, aber nicht auf ihr Lernpotenzial geprüft.
Verweise & Materialien
Video:
Erstellen von Praxislernaufgaben
Downloads:
Arbeitsblatt Betriebserkundung
Weblinks:
Rahmenlehrplan Teil A, B, C (Bildungsserver)
Berufserkundungen der Bundesagentur für Arbeit (Mein Beruf → Berufe und Wege)
Reflexion & Transfer
- Welche Tätigkeiten haben besonders viel Potenzial für fächerübergreifende Aufgaben?
- Welche Perspektive könnten Schülerinnen und Schüler einbringen, die uns als Lehrkräfte beim Beobachten entgangen ist?
- Welche Beobachtungen können direkt in die nächste Lernaufgabe einfließen?
Einbindung der Schülerinnen und Schüler (OPTIONAL)
- + Beziehen Sie eine kleine Schülergruppe aktiv in die Erkundung ein, z. B. als Mitgestaltende oder Beobachtende.
- + Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler selbst Tätigkeiten und Abläufe dokumentieren, Fotos machen oder Notizen erstellen.
- + Nutzen Sie ihre Perspektive, um schulische Bezüge zu identifizieren: Welche Fächer, überfachliche Kompetenzen oder fächerübergreifenden Themen erkennen sie in den Tätigkeiten?
- + Geben Sie ihnen Gelegenheit, erste Ideen für mögliche Lernaufgaben direkt vor Ort zu äußern.
- + Fördern Sie Reflexion: Schülerinnen und Schüler können besprechen, welche Aufgaben besonders praxisnah oder interessant erscheinen und warum.
Einbindung des Praxislernorts
- Beziehen Sie den Praxislernort aktiv ein: Holen Sie sich aktiv Informationen zu Tätigkeiten, Abläufen und Anforderungen. Fragen Sie nach Herausforderungen und Schwerpunkten bei der Ausbildung
- Holen Sie frühzeitig Rückmeldungen zur Machbarkeit der Einbindung der Praxislernorte in die Bearbeitung der Lernaufgaben ein
Unterstützungsangebote der Koordinierungsstelle Praxislernen
- Nutzen Sie die Beratung zur Besuchsplanung, Dokumentation und Einbindung von Schülerinnen und Schülern.
- Besuchen Sie die Tandem-Workshops zur Erstellung von Lernaufgaben, Termine finden Sie hier.
- Planen Sie Ihre Erkundungs-Tour zusammen mit der Koordinierungsstelle Praxislernen.
- Besuchen Sie die Berufsorientierungstourneen des Netzwerk Zukunft in Ihrer Region, anmelden können Sie sich hier.
- Greifen Sie auf Vorlagen und Materialien aus der Toolbox Praxislernen zurück.
3SCHULISCHE INHALTE MIT PRAKTISCHEN TÄTIGKEITEN VERKNÜPFEN
„Praxis trifft Schule"
SCHULISCHE INHALTE MIT PRAKTISCHEN TÄTIGKEITEN VERKNÜPFEN
„Praxis trifft Schule"
SCHULISCHE INHALTE MIT PRAKTISCHEN TÄTIGKEITEN VERKNÜPFEN
Ziel & Ergebnis
Nach diesem Schritt können Sie die beobachteten Tätigkeiten aus dem Praxislernort systematisch mit schulischen Inhalten verbinden.
Sie erkennen welche Fächer (RLP Teil C) und welche fächerübergreifenden Themen (RLP Teil B) zu welchen Tätigkeiten passen – und damit, welche Tätigkeiten sich besonders gut für Lernaufgaben eignen.
OPTIONAL
Sie wissen, wie Sie Schülerinnen und Schüler einbinden können, um schulische Bezüge aus deren Sicht zu ergänzen.
Zeitbedarf
Kalkulieren Sie für die systematische Verknüpfung von Praxis und schulischen Inhalten etwa 45 bis 90 Minuten, abhängig von der Anzahl der betrachteten Tätigkeiten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Starten Sie mit einer Sortierung der Tätigkeiten aus Schritt 2.

Legen Sie alle notierten Tätigkeiten aus dem Praxislernort auf den Tisch oder in ein digitales Board. Übertragen Sie diese in die Vorlage zur schematischen Herleitung (Mindmap blanko). Clustern Sie sie in Bereiche wie z.B. „Pflanzenpflege“, „Boden“, „Betriebsabläufe“ oder „Kundenkontakt“.
2. Ordnen Sie jeder Tätigkeit mögliche fachliche Inhalte zu.
Nutzen Sie den Rahmenlehrplan Teil C: Welche Themen passen beispielsweise zu Biologie, Deutsch, Mathematik, WAT, Naturwissenschaften…?
OPTIONAL Lassen Sie Schülerinnen und Schüler Vermutungen äußern: „Welches Fach steckt hier drin?“
3. Verknüpfen Sie die Tätigkeiten anschließend mit den Themen aus Rahmenlehrplan Teil B.
Nutzen Sie z. B. Bildung für nachhaltige Entwicklung, Gesundheitsförderung, Verbraucherbildung, Medienbildung. Fragen Sie sich: Welches Thema steckt in dieser Tätigkeit?
Beispiel: Bewässerung → Nachhaltigkeit, Ressourcenverbrauch, Verantwortung
4. Markieren Sie Tätigkeiten mit hohem Lernpotenzial.
Worüber könnte man nicht nur „sprechen“, sondern wirklich „handeln“? Welche Tätigkeiten erlauben ein Lernprodukt (Plan, Bericht, Dokumentation, Modell, Analyse)?
5. Dokumentieren Sie die Verknüpfungen in einer übersichtlichen Mindmap.
Nutzen Sie z. B. die o.g. Mindmap-Vorlage aus der Toolbox auf praxislernen.de
OPTIONAL Lassen Sie eine Schülergruppe eine ergänzende digitale Mindmap erstellen.
Eine Anleitung finden Sie auch in der Toolbox „Lernaufgaben“: Erklärung zur schematischen Herleitung
Mini-Beispiel

Verknüpfungsarbeit im Berufsfeld „Landwirtschaft & Gartenbau“
Sie schreiben alle Tätigkeiten aus der Gärtnerei-Erkundung in eine vorbereitete Mindmap. Unter „Bodenanalyse“ stehen beispielsweise: pH messen, Bodenproben vergleichen, Pflanzenbedarf bestimmen.
Sie verknüpfen:
- Biologie: Bodenorganismen, Nährstoffe, Standortansprüche
- Mathematik: Messen, Vergleichen, Tabellen
- Deutsch: Dokumentation, Arbeitsbericht
- RLP Teil B – Nachhaltigkeit: Ressourcenschonung, ökologisches Bewirtschaften
- Ein Schüler ergänzt: „Man könnte auch kleine Info-Videos über Bodentests machen“ → Medienbildung wird ergänzt.
Die Tätigkeit wird als „sehr geeignet“ markiert, weil sie praxisnah, messbar und fächerübergreifend ist.
Eine beispielhafte Herleitung für den Beruf „Gärtner/Gärtnerin” finden Sie in der Toolbox „Material zur Erstellung von Lernaufgaben“.
Check & Qualität
Gute Verknüpfung erkennen Sie daran, dass …
- ✓ jede Tätigkeit mindestens einen fachlichen und einen fächerübergreifenden Bezug hat.
- ✓ die Verbindungen klar begründet sind („Warum passt dieses Fach hier?“).
- ✓ es Tätigkeiten gibt, die mehrere Fächer verbinden → Potenzial für Lernaufgaben.
- ✓ die Mindmap übersichtlich ist und als Grundlage für Schritt 4 dienen kann.
Typische Stolpersteine
- Nur „oberflächliche“ Verknüpfung: z. B. alles unter „Deutsch = Bericht schreiben“ einordnen.
- Tätigkeiten werden zu kleinteilig erfasst („Topf holen“), statt auf Lernrelevanz geprüft.
- Rahmenlehrplan Teil B wird vergessen oder zu allgemein zugeordnet („Nachhaltigkeit immer“).
Verweise & Materialien
Downloads:
Mindmap-Beispiel für den Beruf „Gärtner/Gärtnerin“
Vorlage zur schematischen Herleitung (Mindmap blanko)
Erklärung zur schematischen Herleitung
Weblinks:
Rahmenlehrplan Teil B und Teil C (Bildungsserver)
Sonstige Verweise:
Individuell ausgefüllte Dokumente aus der Erkundung der Praxislernorte (Schritt 2 des Lernpfads)
Reflexion & Transfer
- Welche Tätigkeiten verbinden besonders viele schulische Inhalte?
- Welche Tätigkeiten verstehen Schülerinnen und Schüler sofort – und warum?
- Welche Bezüge zu RLP Teil B wollen Sie beim nächsten Praxislernort gezielter beobachten?
Einbindung der Schülerinnen und Schüler (OPTIONAL)
- + Geben Sie Schülerinnen und Schülern eine mitgestaltende Rolle bei der Zuordnung schulischer Bezüge.
- + Lassen Sie sie digitale Mindmaps oder Visualisierungen ergänzen.
- + Nutzen Sie die Sicht der Schülerinnen und Schüler, um praxisnahes Lernpotenzial einzuschätzen.
Einbindung des Praxislernorts
- Holen Sie frühzeitig Rückmeldungen ein, welche Tätigkeiten realistisch umsetzbar und lernwirksam sind.
Unterstützungsangebote der Koordinierungsstelle Praxislernen
- Nutzen Sie die Beratung zur Zuordnung von Tätigkeiten zu schulischen Inhalten.
- Buchen Sie eine Schulinterne Lehrkräfte-Fortbildung (SchiLF) zur „Erstellung von Lernaufgaben“ für Ihre Schule.
- Nehmen Sie an Fortbildungen zur „Erstellung von Lernaufgaben“ des Netzwerk Zukunft teil.
- Verwenden Sie die Mindmap-Vorlage und weitere Materialien aus der Toolbox Praxislernen.
4LERNAUFGABEN FORMULIEREN & INTEGRIEREN
„Von der Idee zur Umsetzung“
LERNAUFGABEN FORMULIEREN & INTEGRIEREN
„Von der Idee zur Umsetzung“
LERNAUFGABEN FORMULIEREN & INTEGRIEREN
Ziel & Ergebnis
Nach diesem Schritt können Sie handlungsorientierte, fächerübergreifende Lernaufgaben erstellen, die direkt aus den Tätigkeiten des Praxislernens entstehen. Sie formulieren klare Aufträge, definieren Lernziele, differenzieren nach Leistungsniveau und ergänzen Reflexionsfragen für die Schülerinnen und Schüler.
Sie bereiten den Einsatz im Praxislernen und ggf. auch im Unterricht strukturiert vor, sodass Reflexion, Differenzierung und Kompetenzentwicklung möglich werden.
OPTIONAL
Sie wissen, wie Sie Schülerinnen und Schüler in die Entwicklung einbeziehen können, etwa bei der Formulierung von Aufgaben oder der Auswahl von Produkten.
Zeitbedarf
Rechnen Sie für die Erstellung der Lernaufgaben im Team mit etwa 120 bis 480 Minuten und kalkulieren Sie für die anschließende Ausarbeitung und Materialergänzung weitere 90 bis 240 Minuten ein. Der Zeitbedarf hängt von der Anzahl der beteiligten Fächer und der zu erstellenden Lernaufgaben ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Wählen Sie eine geeignete Tätigkeit aus Ihrer Mindmap (Schritt 3).
Achten Sie auf Tätigkeiten, die praxisnah sind, mehrere Fächer verbinden und gut dokumentiert werden können.
2. Formulieren Sie einen klaren, handlungsorientierten Auftrag.
Beschreiben Sie kurz, was der reale Praxisbezug ist und welches Ergebnis erwartet wird.
3. Legen Sie die fachlichen und fächerübergreifenden Lernziele fest.
Orientieren Sie sich an RLP Teil C (Fachinhalte) und RLP Teil B (fächerübergreifende Themen). Auch überfachliche Kompetenzen (z. B. Selbstständigkeit, Kommunikation, Problemlösen) aus RLP Teil A können eine Rolle spielen.
4. Ergänzen Sie eine verständliche Differenzierung.
Bieten Sie mindestens zwei Niveaus an – z. B. Grundauftrag und vertiefende Erweiterung.
5. Definieren Sie den Erwartungshorizont und ein kleines Bewertungsraster.
So erkennen die Schülerinnen und Schüler, worauf es ankommt.
6. Formulieren Sie Reflexionsfragen für die Schülerinnen und Schüler.
Sie sollten sich auf das eigene Lernen, auf Kompetenzen und auf die Praxisbezüge beziehen.
7. Einsatz im Schulalltag:
- Klären Sie welche Teilbereiche der Lernaufgaben im Betrieb bearbeitet werden können. Welche Lernaufgaben werden wann und wie in der Schule bearbeitet?
- Stellen Sie Materialien zusammen (Aufgabenblätter, Checklisten, Reflexionsbögen, digitale Vorlagen).
- Informieren Sie die Schülerinnen und Schüler über Lernziele, Praxisbezug und ihre Rolle.
- Begleiten Sie die Bearbeitung durch die Schülerinnen und Schüler: beobachten, Impulse geben, Zusammenarbeit unterstützen, Fächerverknüpfungen stärken.
OPTIONAL Lassen Sie Schülerinnen und Schüler diesen Ablauf mitplanen – das erhöht Motivation und Verantwortungsgefühl.
Mini-Beispiel

Lernaufgabe
Wie wird aus einer echten Tätigkeit im Praxislernen eine lebendige, kompetenzorientierte Lernaufgabe? Dieses Beispiel aus dem Berufsfeld Landwirtschaft & Gartenbau zeigt, wie es gelingen kann: authentisch, handlungsorientiert und mit direktem Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.
Inspiration für eine Lernaufgabe im Themenfeld Gartenbau & Landwirtschaft
Check & Qualität
Sie haben eine gute Lernaufgabe erstellt, wenn …
- ✓ der Auftrag klar, handlungsorientiert und realitätsnah ist.
- ✓ alle Lernziele (RLP Teil C und Teil B) sichtbar abgebildet sind.
- ✓ die Differenzierung nicht komplexer ist als nötig.
- ✓ Reflexionsfragen verständlich und schülernah formuliert sind.
- ✓ Lernende die Aufgabe ohne weitere Erklärung bearbeiten könnten.
Typische Stolpersteine
- Aufgaben sind zu theoretisch („Schreibe einen Aufsatz über…“) → kein Praxisbezug
- Zu hohe Komplexität → Schülerinnen und Schüler verlieren Orientierung
- Fehlende Differenzierung → Leistungsstärkere langweilen sich, andere sind überfordert
- Keine Reflexionsfragen → Kompetenzentwicklung kann für Schülerinnen und Schüler nicht sichtbar gemacht werden
- Materialien oder digitale Vorlagen sind unvollständig
Verweise & Materialien
Video:
Erstellen von Praxislernaufgaben
Downloads:
Inspiration für eine Lernaufgabe im Themenfeld Gartenbau & Landwirtschaft
Beispiel für eine fächerübergreifende Lernaufgabe aus dem Bereich Dienstleistung
Beispiel für einen Erwartungshorizont und Bewertungsraster
Wegweiser Praxislernen – Kapitel „Lernaufgaben gestalten” (ab S. 35)
Weblinks:
Beispiele für Lernaufgaben in der Toolbox
Hinweis:
In den Beispiel-Lernaufgaben enthaltene Kosten- und Materialplanungen sind didaktisch als Beispiele angelegt. Es entstehen hieraus keine Beschaffungs- oder Finanzierungspflichten für Schulen.
Reflexion & Transfer
- Welche Formulierung hat die Aufgabe besonders klar gemacht?
- Welche Aufgabenstruktur hat Schülerinnen und Schülern am besten geholfen?
- Wo möchten Sie in der nächsten Aufgabe noch stärker differenzieren?
Einbindung der Schülerinnen und Schüler (OPTIONAL)
- + Beziehen Sie Schülerinnen und Schüler in die Auswahl oder Ausgestaltung der Lernaufgabe ein, z. B. bei der Wahl des Lernprodukts oder der Fragestellung.
- + Nutzen Sie die Perspektiven Ihrer Schülerinnen und Schüler, um Praxisbezüge zu konkretisieren oder Lernwege verständlicher zu machen.
- + Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler Rückmeldungen zur Umsetzbarkeit und Verständlichkeit der Aufgabe geben (z. B. kurze Feedbackrunde oder digitale Kommentare im Dokument)
Einbindung des Praxislernorts
- Holen Sie Rückmeldungen des Praxislernorts zur Machbarkeit, Relevanz und fachlichen Genauigkeit der geplanten Lernaufgabe ein.
- Klären Sie gemeinsam, welche Teile der Aufgabe direkt im Praxislernort durchgeführt werden können und welche an der Schule stattfinden sollten.
- Nutzen Sie Hinweise der Mitarbeitenden, um Aufgaben authentisch, realistisch und berufspraktisch stimmig zu gestalten. Häufig sind Praxislernorte auch Ausbildungsorte und wissen daher, was die Jugendlichen in den Ausbildungsberufen erwartet.
Unterstützungsangebote der Koordinierungsstelle Praxislernen
- Nutzen Sie die Vorlagen, Tools und Beispiele aus anderen Schulen oder Berufsfeldern in der Toolbox Thema „Lernaufgaben“.
- Nehmen Sie Beratung rund um das Erstellen von Lernaufgaben in Anspruch.
- Buchen Sie eine Schulinterne Lehrkräfte-Fortbildung (SchiLF) zur „Erstellung von Lernaufgaben“ für Ihre Schule.
- Nehmen Sie an Fortbildungen zur „Erstellung von Lernaufgaben“ des Netzwerk Zukunft teil.
5ERGEBNISPRÄSENTATION & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
„Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Ergebnisse“
ERGEBNISPRÄSENTATION & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
„Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Ergebnisse“
ERGEBNISPRÄSENTATION & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Ziel & Ergebnis
Nach diesem Schritt haben Ihre Schülerinnen und Schüler alle Aspekte einer Präsentation selbst geplant und umgesetzt. Sie übernehmen Verantwortung, entwickeln Organisations- und Kommunikationsfähigkeiten und präsentieren die Ergebnisse der Lernaufgabe überzeugend. Gleichzeitig kann die Veranstaltung als Öffentlichkeitsarbeit für die Schule und Praxislernorte genutzt werden.
Die Lehrkräfte unterstützen nur beratend, die Koordinationsstelle Praxislernen kann organisatorisch, technisch oder in der Öffentlichkeitsarbeit assistieren.
Zeitbedarf
Planen Sie rund 6 Stunden für Planung und Vorbereitung, 10 bis 30 Minuten pro Gruppe für die Präsentation sowie zusätzliche 45 bis 90 Minuten für die Öffentlichkeitsarbeit ein; für die Materialaufbereitung kommen etwa 90 bis 240 Minuten hinzu.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Ihre Schülerinnen und Schüler planen die Ergebnispräsentation – Sie beraten und unterstützen.

Rahmen und Format der Präsentation werden festgelegt: z. B. Poster, digitale Präsentation, Praxisdemonstration, Ausstellung oder Kombinationen.
Ihre Schülerinnen und Schüler übernehmen die Planung von Ablauf, Rollen und Raumgestaltung eigenständig.
Beziehen Sie Praxislernorte ein: Materialien, Produkte oder Einblicke aus dem Praxislernort können als Teil der Präsentation genutzt werden.
2. Ihre Schülerinnen und Schüler organisieren die Veranstaltung zur Ergebnispräsentation.
Sie gestalten z. B. eine Einladung für das zuvor bestimmte Publikum und verteilen diese: Eltern, Mitschülerinnen und Mitschüler, zukünftige Praxislernklassen, Vertretende der Praxislernorte, ggf. weitere externe Gäste (z. B. Politik) – auch hier agieren die Schülerinnen und Schüler eigenverantwortlich.
Technik, Materialien, Raumgestaltung und Dekoration werden von den Schülerinnen und Schülern verantwortet – Sie unterstützen ggf. mit Equipment und Know-How.
3. Ihre Schülerinnen und Schüler gestalten die Inhalte der Präsentation.
Dabei wählen sie aus, welche Ergebnisse sie konkret präsentieren wollen: z. B. Produkte, Pläne, Reflexionen. Auch eine Rollenverteilung wird festgelegt: Sprecherinnen/Sprecher, Moderatorinnen/Moderatoren, Dokumentation, Technikbetreuung.
Praxislernort-Erlebnisse können dabei eingebunden werden: z. B. Fotos, Daten oder Beobachtungen aus der Zeit im Praxislernort.
Ihre Schülerinnen und Schüler bereiten dazu Erklärungen und praktische Demonstrationen vor.
4. Ihre Schülerinnen und Schüler führen die Ergebnispräsentation durch.
Die Begrüßung und Einführung ins Thema erfolgt durch die Lernenden. In die Präsentation der Ergebnisse werden Vorgehensweise, Entscheidungen, und Reflexionen einbezogen. Praktische Demonstrationen oder eine Ausstellung der Produkte gestalten die Präsentation anschaulich und abwechslungsreich.
5. Durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit machen Schülerinnen und Schüler das Praxislernen und ihre Erfolge sichtbar.
Schülerinnen und Schüler erstellen Fotos, kurze Videos oder Berichte für Schulwebsite, Newsletter oder Social Media. Sie verfassen Berichte für Schulzeitungen oder Aushänge.
Inhalte werden für unterschiedliche Zielgruppen verständlich aufbereitet. Praxislernorte und die Koordinationsstelle Praxislernen können hier zusätzlich unterstützen. Dabei sind die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie die schulrechtlichen Regelungen zur Veröffentlichung von Bild-, Ton- und Textmaterial im Vorfeld verbindlich zu beachten. Veröffentlichungen erfolgen ausschließlich nach Prüfung durch die Schule und auf Grundlage vorliegender Einwilligungen.
6. Planen Sie ausreichen Zeit für Feedback und Reflexion ein.
Schülerinnen und Schüler moderieren eine Fragerunde, sammeln Feedback und reflektieren selbstständig.
Lehrkräfte geben beratende Unterstützung, z. B. bei Moderation oder Technik.
Mini-Beispiel
Gemüsebeet planen
Lernende erstellen Poster und Fotos für die Dokumentation des Fortschrittes und einen Pflegeplan des Beetes für die Ferien- Mitarbeitende der Gärtnerei werden zur Abschlusspräsentation eingeladen und um Feedback gebeten
- Lernende erstellen einen Beitrag für die Schul-Website, wobei sie über den Fortschritt des Gemüsebeetes in einem Live-Blog berichten
Check & Qualität
Eine erfolgreiche Präsentation entsteht, wenn:
- ✓ Schülerinnen und Schüler Planung, Organisation und Durchführung selbstständig übernehmen.
- ✓ Ergebnisse verständlich und motivierend präsentiert werden.
- ✓ Praxisbezug und Lernprozesse klar erkennbar sind.
- ✓ Feedback aktiv aufgenommen und dokumentiert wird.
- ✓ Öffentlichkeitsarbeit eigenständig umgesetzt wird.
Typische Stolpersteine
- Schülerinnen und Schüler übernehmen nicht alle Aufgaben oder werden zu stark gesteuert.
- Technik, Materialien oder Raum sind nicht vorbereitet.
- Präsentation zeigt nur Ergebnisse, nicht den Lernprozess.
- Feedback wird nicht genutzt oder dokumentiert.
Verweise & Materialien
Downloads:
Wegweiser Praxislernen – Kapitel „Lernaufgaben gestalten“ (S. 41)
Weitere Materialien:
Praxislernort-Materialien (Fotos, Produkte, Pläne)
Reflexion & Transfer
- Welche organisatorischen Aufgaben wurden besonders gut umgesetzt?
- Wie wurde der Praxisbezug dargestellt?
- Welche Rückmeldungen waren hilfreich für zukünftige Präsentationen?
- Welche Formen der Öffentlichkeitsarbeit waren besonders wirksam?
Einbindung der Eltern (OPTIONAL)
- + Eltern werden zur Präsentationsveranstaltung eingeladen.
- + Eltern erhalten während der Präsentationsveranstaltung einen Feedbackbogen zum Praxislernen ihres Kindes und haben die Möglichkeit, Ihre Erfahrungen aus der Praxislernphase einzubringen.
- + Eltern werden als Multiplikatoren gewonnen und können als Fürsprecher des Praxislernens künftig die Schule unterstützen.
Einbindung des Praxislernorts
- Materialien, Produkte, Fotos oder Daten für die Präsentation bereitstellen.
- Mitarbeitende geben Tipps für praxisnahe Darstellung oder Demonstration.
Unterstützungsangebote der Koordinierungsstelle Praxislernen
- Nehmen Sie die Unterstützung bei Öffentlichkeitsarbeit und Dokumentation in Anspruch.
- Nutzen Sie die Unterrichtseinheit zur Darstellung des Praxislernens aus der Bewerbung um die Praxislernen-Plakette.
6EVALUATION, REFLEXION & QUALITÄTSSICHERUNG
„Lernaufgaben prüfen und weiterentwickeln"
EVALUATION, REFLEXION & QUALITÄTSSICHERUNG
„Lernaufgaben prüfen und weiterentwickeln"
EVALUATION, REFLEXION & QUALITÄTSSICHERUNG
Ziel & Ergebnis
Nach diesem Schritt haben Sie und Ihr Praxislernen-Team die entwickelten Lernaufgaben systematisch überprüft: auf Praxisnähe, Fächerverknüpfung, Differenzierung und Verständlichkeit. Sie wissen, welche Aufgaben gut funktionieren, welche angepasst werden müssen und wie die Qualität langfristig gesichert werden kann.
OPTIONAL
Schülerinnen und Schüler geben Rückmeldungen, sodass Aufgaben stärker an ihrer Perspektive ausgerichtet werden.
Zeitbedarf
Nehmen Sie sich für die gemeinsame Evaluation im Team etwa 60 bis 120 Minuten Zeit, für optionales Schülerfeedback weitere 20 bis 60 Minuten und für die anschließende Überarbeitung der Lernaufgaben zusätzlich 20 bis 120 Minuten.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Sammeln Sie alle fertigen Lernaufgaben an einem Ort.
Drucken Sie sie aus oder legen Sie sie in einem digitalen Ordner ab.
2. Legen Sie Ihre Evaluationskriterien fest.
Typische Kriterien: Praxisnähe, fächerübergreifende Verbindungen, Differenzierung, Verständlichkeit, Dokumentationsform, Reflexionsfragen

3. Prüfen Sie jede Lernaufgabe einzeln – am besten im Team und mit dem Praxislernort.
Gehen Sie Lernaufgabe für Lernaufgabe durch und bewerten Sie gemeinsam: Entspricht die Lernaufgabe den Qualitätsmerkmalen? War sie im Praxislernort so umsetzbar?
4. Holen Sie optional Feedback von Schülerinnen und Schülern ein.
Nutzen Sie z. B. kurze Reflexionskärtchen oder Mini-Interviews: „Was hat Dir geholfen? Was war schwer? Was war motivierend?“
5. Passen Sie die Lernaufgaben gezielt an.
Überarbeiten Sie Formulierungen, Fächerbezüge, Differenzierung oder Reflexionsfragen. Sichern Sie die finale Version in Ihrer Materialsammlung.
Mini-Beispiel
Evaluation der Lernaufgabe „Gemüsebeet planen“
Ihr Team legt die Lernaufgabe „Gemüsebeet planen“ auf den Tisch. Sie prüfen zuerst die Praxisnähe: Die Gärtnerei bestätigt, dass Bodenproben vor Ort gut in den Arbeitsablauf integriert werden konnten. Dann schauen Sie auf den Fächerbezug: Biologie, Mathematik, Deutsch und Nachhaltigkeit (RLP Teil B) sind klar erkennbar – sehr gut.

Die Schülerinnen und Schüler geben in einem kurzen Rückmeldebogen an, dass die Lernaufgabe für den zeitlichen Rahmen zu umfangreich war. Das Team reduziert deshalb die Budgetberechnung, indem es eine Kalkulationsvorlage erstellt und ergänzt eine grafische Vorlage zur Beetplanung. Am Ende steht eine klarere, besser strukturierte Lernaufgabe, die weiterhin praxisnah und fächerübergreifend bleibt.
Check & Qualität
Gute Evaluation erkennen Sie daran, dass …
- ✓ die Lernaufgabe praxisnah, durchführbar und realistisch ist.
- ✓ alle Fächerbezüge (Rahmenlehrplan Teil C) und fächerübergreifenden Themen (Rahmenlehrplan Teil B) verständlich erkennbar sind.
- ✓ eine Differenzierung für verschiedene Leistungsniveaus nachvollziehbar ist.
- ✓ die Reflexionsfragen klar und nur auf die Lernenden bezogen sind.
- ✓ Feedback der Schülerinnen und Schüler sichtbar eingearbeitet wurde.
Typische Stolpersteine
- Die Bewertung bleibt zu oberflächlich („Sieht gut aus“).
- Reflexionsfragen sind unklar oder zu allgemein.
- Praxislernorte wurden nicht in die Evaluation einbezogen.
Material & Verweise
Downloads:
Kriterien zur Evaluation von Lernaufgaben
➝ als Basis für die Erstellung eines schulindividuellen Bewertungsrasters (Praxisbezug, Fächerverknüpfung, Differenzierung, Reflexion)
Anregung für eine Unterrichtseinheit zur Reflexion des Praxislernens
Reflexion & Transfer
- Welche Kriterien sollten wir beim nächsten Mal stärker gewichten?
- Welche Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren besonders wertvoll?
Einbindung der Schülerinnen und Schüler (OPTIONAL)
- + Rückmeldung zu Verständlichkeit, Differenzierung und Praxisbezug der Aufgaben geben
- + Verbesserungsvorschläge einbringen, z. B. zu Reflexionsfragen oder Lernprodukten
- + Beteiligung an der Überarbeitung der Aufgaben, um Verantwortung für das eigene Lernen zu stärken
Einbindung des Praxislernorts
- Prüfung der Aufgaben auf Umsetzbarkeit vor Ort
- Rückmeldung zu Materialien, Abläufen und Lernpotenzial
- Unterstützung bei Anpassung praxisnaher Teile
Unterstützungsangebote der Koordinierungsstelle Praxislernen
- Nutzen Sie die Beratung bei Fragen rund um Evaluationsmethoden, Differenzierung und Praxisbezug.
- Binden Sie den Qualitätscheck Praxislernen (Bewerbungscheck Praxislernen Plakette) ein.

Dieser Lernpfad wird Ihnen von der Koordinierungsstelle Praxislernen des Netzwerk Zukunft. Schule und Wirtschaft für Brandenburg e. V. zur Verfügung gestellt. Die Koordinierungsstelle bietet Ihnen umfassende Beratung und Unterstützung bei der Einführung, Umsetzung und Evaluation des Praxislernens.
