Warum Praxislernen? – Für einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunft (Teil 1)

Wie Unternehmen im Land Brandenburg geeignete Auszubildende finden können und welche Rolle Praxislernen dabei spielt, dazu gibt Herr Dipl.-Ing. Olaf Boche, Geschäftsführer der Innung Land- und Baumaschinentechnik Berlin und Brandenburg, in unserem aktuellen Interview zur Frage: „Warum Praxislernen?“ wertvolle Antworten.

1. Was sind derzeit die größten Herausforderungen für Unternehmen im Land Brandenburg bei der Nachwuchskräftesicherung?

„Mit Blick auf die hohe Zahl unbesetzter Ausbildungsplätze und die hohe Abbruchquote ist es sehr wichtig, Schüler*innen frühzeitig, also bereits ab der 7. Klasse beruflich zu orientieren. Dabei gilt das Motto „Finde Deine Leidenschaft“. Der beste Weg für unsere Betriebe in der Land- und Baumaschinentechnik ist hierfür das Praxislernen.“

2. Welche Potenziale bietet das Praxislernen in Betrieben den Unternehmen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen?

„Mit dem Praxislernen haben sowohl Schüler*innen als auch die Betriebe die besten Chancen sich gegenseitig kennenzulernen. Insbesondere die Praxislernaufgaben können hier zum entscheidenden Schritt in Richtung zukünftiges Ausbildungsverhältnis führen. Durch die Unterrichtsaufgaben lernen die Schüler*innen ihr bereits erworbenes Schulwissen in der Praxis anzuwenden. Gleichzeitig entdecken sie noch vorhandene Lücken. Das motiviert sie, diese Lücken zu schließen, um in der Praxis weiterzukommen.“

3. Welche Erfahrungen haben Sie mit Praxislernen gemacht?

„Überall dort, wo das Praxislernen bereits in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Schulen gut läuft, möchte keines der Unternehmen mehr darauf verzichten. In diesem Prozess wissen alle Teilnehmenden – ob Schule, Schüler*in oder Betrieb – worum es in Zukunft geht und wer als zukünftiger Ausbildungsbetrieb in Frage kommt. Die Schüler*innen starten nach diesem qualifizierten Praxiseinsatz mit großer Motivation und guter Wissensgrundlage ihre Ausbildung.“

4. Was sind die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben bei der Beruflichen Orientierung?

„Jeder muss die Belange des anderen verstehen und einschätzen lernen. Auch für die Lehrkräfte an den Schulen ist es eine Herausforderung. Diese dann anzunehmen, führt am Ende jedoch zu einer großen Zufriedenheit. Wichtig für die Durchführung von Praxislernen an Schulen sind die Tandem-Workshops. In diesen Formaten können sich die Lehrkräfte zu den Ausbildungsberufen ein objektives Bild machen. Oft kommt es da zu einem „Aha“-Effekt, weil auch die Lehrkräfte Möglichkeiten entdecken, komplexe schulische Lerninhalte durch praxisnahe Anwendung im Betrieb leichter zu vermitteln.“

5. Möchten Sie noch etwas ergänzen?

„Mir fällt immer wieder auf, wie begeistert am Ende alle Mitwirkenden auf Seiten der Schulen, der Schülerschaft und der Ausbildungsbetriebe sind. So manch einer hätte sich das Praxislernen schon früher gewünscht. Praxislernen ermöglicht wirkungsvolle und nachhaltige Einsätze im beruflichen Alltag mit größten Chancen für den gemeinsamen Erfolg.“

 

Bild: Lehrkräfte und Herr Boche beim Tandemworkshop bei der LAWI-Landtechnik-Center GmbH

 

Suchen Sie als Schule einen regionalen Kooperationspartner für das Praxislernen zum Ausbildungsberuf Land- und Baumaschinenmechatroniker/-in, dann wenden Sie sich gern an Herrn Boche oder nutzen die regionale Online-Plattform zur Ausbildungssuche

In unserem Aufgabenpool finden Sie hilfreiche Anregungen zur Erstellung von berufsbezogenen Praxislernaufgaben.