Landesweiter, digitaler Erfahrungsaustausch Praxislernen

Virtuell austauschen, vernetzen und voneinander lernen

Am Mittwoch, den 3. Juni 2020, war es soweit: 28 interessierte Lehrkräfte von Ober- und Gesamtschulen sowie Schulen mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“, Kooperationspartner und Akteure der Beruflichen Orientierung tauschten sich beim ersten digitalen Erfahrungsaustausch zum Thema „Praxislernen & Digitalisierung“ aus.

Die impulsgebende Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen”, Brandenburg a. d. H. (Hr. Kretschmer, Fr. Keil, BO-Koordination) stellte unter dem Motto „Alle an Bord? Einbindung aller Fachbereiche“ ihr BO-Konzept in Bezug auf die Umsetzung von Praxislernen nach VV BStO 2016 vor. Neben dem Erstellen von Praxislernaufgaben gab die Schule praxisbezogene Einblicke in den Einsatz digitaler Lernplattformen zur Unterstützung des Praxislernens.

Als medienfit-Schule ist es die Pestalozzi-Schule gewohnt, digitale Vorreiterin zu sein. Seit der Pilotphase ist sie bei der Schulcloud Brandenburg des Hasso-Plattner-Instituts dabei. Genutzt wird die Cloud beispielsweise für eine digitale Sammlung von verschiedenen Praxislernaufgaben, auf die alle Fachbereiche der Schule Zugriff haben, sowie für eine Praktikumsplatzbörse. Die Schulcloud dient insbesondere während des Homeschoolings der Bereitstellung von Informationen und Arbeitsmaterialien sowie dem Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften. Grundsätzlich betrachtet die Schule die digitalen Angebote als eine hilfreiche Ergänzung zum Unterricht. Jedoch: „Der digitale Kontakt kann den persönlichen nicht ersetzen“ so Frau Keil (BO-Koordination).

Wie kann Praxislernen durch den Einsatz digitaler Lernplattformen unterstützt werden?

In der anschließenden Diskussionsrunde waren sich die Teilnehmenden einig: Auch bei der Umsetzung des Praxislernens in Betrieben können digitale Angebote eine gute Unterstützung bieten. Denkbar wären der regelmäßige Kontakt von Schülerinnen und Schülern im Betrieb und Lehrkräften über die Chatfunktion einer solchen Plattform oder das Bereitstellen, Bearbeiten und Einreichen von Praxislernaufgaben. Der persönliche Kontakt direkt vor Ort bleibt jedoch unverzichtbar. Für eine Teilnehmerin stand fest: „Praxislernen heißt für mich praktisch arbeiten und nicht am Rechner“. Was auch deutlich wurde: in der aktuellen Situation wird die Umsetzung des Praxislernens von den Teilnehmenden als Herausforderung gesehen.

Kooperation mit Betrieben

Daran anknüpfend stellten Larissa Knuth (IHK Potsdam) und Michael Götz (IHK Ostbrandenburg) die Angebote der IHK vor, beantworteten die Fragen der Teilnehmenden und gaben hilfreiche Hinweise zur Kontaktaufnahme mit Betrieben (Lehrstellenbörse der IHK, IHK- Schul-App). Bezugnehmend auf die aktuelle Unsicherheit bei der Ausbildungsplatzsuche wies Frau Knuth darauf hin, dass die Entwicklungen je nach Branche sehr unterschiedlich seien. Bei der Suche nach Praxislernorten stehen die Kammern gern unterstützend zur Verfügung.

Aber auch seitens der IHK gab es Fragen: „Welche Erfahrungen haben Sie mit Betrieben bei der Umsetzung von Praxislernen gemacht und welche strukturellen Vorgaben machen Sie?“ wollte Michael Götz von den Schulen wissen. „Die Schülerinnen und Schüler suchen sich meist selbstständig ihren Betrieb fürs Praxislernen“, so eine Lehrkraft. Als strukturelle Vorgaben nutzen einige Schulen bspw. Leitfäden (Informationen zum Ablauf, Inhalten, Regeln für Schülerinnen und Schüler), Informationszettel oder Auswertungsbögen.

Auch vor der Koordinierungsstelle Praxislernen macht die Digitalisierung nicht Halt: Die Vorstellungsrunde, weitere Fragen an die Teilnehmenden sowie die Abschlussevaluation wurden diesmal mit dem Umfragetool mentimeter durchgeführt. (Die Ergebnisse sowie die Präsentationen der Impulsgebenden finden Sie in unserer ARNE-Gruppe Praxislernen)

Wir bedanken uns herzlich bei allen Impulsgebenden und Teilnehmenden!

 

Erfahrungsaustausch zum Praxislernen im homeoffice