Landesweiter, digitaler Erfahrungsaustausch Praxislernen

„Augenhöhe, Austausch, Engagement – Kooperation von Schule und Betrieb“

Die Koordinierungsstelle bietet für interessierte Lehrkräfte, Schulleitungen und Partner der Beruflichen Orientierung das Format des Erfahrungsaustauschs zum Praxislernen nach VV BStO 2016 an. Aufgrund der aktuellen Pandemiesituation, den Hygienevorschriften und der daraus resultierenden Mehrbelastung für Lehrkräfte hat die Koordinierungsstelle Praxislernen das Format des Digitalen Erfahrungsaustauschs entwickelt und möchte somit allen Lehrkräften ermöglichen, sich weiterhin zum Thema Praxislernen in Betrieben landesweit und online auszutauschen.

Am 2. September 2020 lud die Koordinierungsstelle Praxislernen wiederholt zum digitalen landesweiten Erfahrungsaustausch. Dieses Mal mit dem Fokus auf der erfolgreichen Gestaltung von Kooperationen zwischen Schulen und Betrieben. Das Thema wurde von den Teilnehmenden der vergangenen Veranstaltungen wiederholt gewünscht. So kamen wir diesem Wunsch nach und luden Uwe Buscha, BO-Koordinator der Grund- und Oberschule Müllrose, und Kerstin Hansmann, Geschäftsführerin der Metall- und Balkonbau Hansmann GmbH, Jacobsdorf, ein. Beide pflegen seit längerer Zeit eine gut gelingende Kooperation und können viel von ihren Erfahrungen zur Anbahnung, Gestaltung und Pflege von Kooperationen berichten.

Insgesamt 24 Personen haben teilgenommen. Darunter Schulleitungen sowie Lehrkräfte von zehn Schulen aus allen Kammerbezirken sowie Vertreter*innen des Netzwerk Zukunft e.V., von kobra.net, der Handwerkskammer Potsdam, der IHK Ostbrandenburg und der Koordinierungsstelle Praxislernen.

Zu Beginn der Veranstaltung interviewte Praxislernberater Ole Petersson Kerstin Hansmann und Uwe Buscha zu ihrer gemeinsamen Zusammenarbeit und dessen Rahmenbedingen. Dabei erhielten die Teilnehmenden nicht nur Einblicke darüber, wie es zu dieser Zusammenarbeit kam und wie sich diese mittlerweile gestaltet. Sie erfuhren darüber hinaus auch viel über die verschiedenen Situationen der Schule und der Betriebe, welche Herausforderungen auf beiden Seiten bestehen und wie es trotzdem gelingen kann eine gut gelingende Kooperation auf- und auszubauen.

„Eine Kommunikation auf Augenhöhe ist bei der Kooperation zwischen Schule und Betrieb sehr wichtig,“ sagte Kerstin Hansmann. Uwe Buscha ergänzte „Schulen und Betrieb habe zwei ganz unterschiedliche Planungszeiträume, hier gilt es, sich vorausschauend abzusprechen, damit eine gute Zusammenarbeit gelingen kann.

Daran anschließend machten sich die Teilnehmenden über das Online-Arbeitstool CryptPad mit der sogenannten Kopfstandmethode gemeinsam darüber Gedanken, welches Verhalten sich bei Kooperationen negativ bzw. positiv auswirken könnte. Die Sammlung der Beiträge war sehr vielseitig und bot eine gute Grundlage für die daran anschließende Austauschrunde. Die Teilnehmenden berichteten von eigenen Erfahrungen und entwickelten gemeinsam mögliche Handlungsempfehlungen. Dabei wurde deutlich, dass verbindliche Absprachen für beide Seiten eine wichtige Grundlage für eine gelingende Zusammenarbeit darstellen. Sowohl die schulischen als auch die betrieblichen Akteure wünschen sich, einen festen Ansprechpartner zu haben, der gut erreichbar und auskunftsfähig ist.

Bevor abschließend noch ein Feedback und eine Informationsabfrage mit dem digitalen Umfragetool mentimenter durchgeführt wurden, stellten Ole Petersson und Agnes Lemme noch ein hilfreiches Formular zur Unterstützung von Kooperationspartnerschaften zwischen Schule und Betrieb vor. Dieses wurde von der Europaschule Storkow erstellt und dankenswerter Weise der Koordinierungsstelle Praxislernen für die Weitergabe an Schulen zur Verfügung gestellt. Es steht interessierten Schulen sowohl auf der Praxislernen Webseite unter Link als auch in ARNE (Link) zur Verfügung.

Wir danken allen Teilnehmenden und Mitwirkenden für den informativen Austausch!

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Virtuell austauschen, vernetzen und voneinander lernen

Am Mittwoch, den 3. Juni 2020, war es soweit: 28 interessierte Lehrkräfte von Ober- und Gesamtschulen sowie Schulen mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“, Kooperationspartner und Akteure der Beruflichen Orientierung tauschten sich beim ersten digitalen Erfahrungsaustausch zum Thema „Praxislernen & Digitalisierung“ aus.

Die impulsgebende Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen”, Brandenburg a. d. H. (Hr. Kretschmer, Fr. Keil, BO-Koordination) stellte unter dem Motto „Alle an Bord? Einbindung aller Fachbereiche“ ihr BO-Konzept in Bezug auf die Umsetzung von Praxislernen nach VV BStO 2016 vor. Neben dem Erstellen von Praxislernaufgaben gab die Schule praxisbezogene Einblicke in den Einsatz digitaler Lernplattformen zur Unterstützung des Praxislernens.

Als medienfit-Schule ist es die Pestalozzi-Schule gewohnt, digitale Vorreiterin zu sein. Seit der Pilotphase ist sie bei der Schulcloud Brandenburg des Hasso-Plattner-Instituts dabei. Genutzt wird die Cloud beispielsweise für eine digitale Sammlung von verschiedenen Praxislernaufgaben, auf die alle Fachbereiche der Schule Zugriff haben, sowie für eine Praktikumsplatzbörse. Die Schulcloud dient insbesondere während des Homeschoolings der Bereitstellung von Informationen und Arbeitsmaterialien sowie dem Austausch zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften. Grundsätzlich betrachtet die Schule die digitalen Angebote als eine hilfreiche Ergänzung zum Unterricht. Jedoch: „Der digitale Kontakt kann den persönlichen nicht ersetzen“ so Frau Keil (BO-Koordination).

Wie kann Praxislernen durch den Einsatz digitaler Lernplattformen unterstützt werden?

In der anschließenden Diskussionsrunde waren sich die Teilnehmenden einig: Auch bei der Umsetzung des Praxislernens in Betrieben können digitale Angebote eine gute Unterstützung bieten. Denkbar wären der regelmäßige Kontakt von Schülerinnen und Schülern im Betrieb und Lehrkräften über die Chatfunktion einer solchen Plattform oder das Bereitstellen, Bearbeiten und Einreichen von Praxislernaufgaben. Der persönliche Kontakt direkt vor Ort bleibt jedoch unverzichtbar. Für eine Teilnehmerin stand fest: „Praxislernen heißt für mich praktisch arbeiten und nicht am Rechner“. Was auch deutlich wurde: in der aktuellen Situation wird die Umsetzung des Praxislernens von den Teilnehmenden als Herausforderung gesehen.

Kooperation mit Betrieben

Daran anknüpfend stellten Larissa Knuth (IHK Potsdam) und Michael Götz (IHK Ostbrandenburg) die Angebote der IHK vor, beantworteten die Fragen der Teilnehmenden und gaben hilfreiche Hinweise zur Kontaktaufnahme mit Betrieben (Lehrstellenbörse der IHK, IHK- Schul-App). Bezugnehmend auf die aktuelle Unsicherheit bei der Ausbildungsplatzsuche wies Frau Knuth darauf hin, dass die Entwicklungen je nach Branche sehr unterschiedlich seien. Bei der Suche nach Praxislernorten stehen die Kammern gern unterstützend zur Verfügung.

Aber auch seitens der IHK gab es Fragen: „Welche Erfahrungen haben Sie mit Betrieben bei der Umsetzung von Praxislernen gemacht und welche strukturellen Vorgaben machen Sie?“ wollte Michael Götz von den Schulen wissen. „Die Schülerinnen und Schüler suchen sich meist selbstständig ihren Betrieb fürs Praxislernen“, so eine Lehrkraft. Als strukturelle Vorgaben nutzen einige Schulen bspw. Leitfäden (Informationen zum Ablauf, Inhalten, Regeln für Schülerinnen und Schüler), Informationszettel oder Auswertungsbögen.

Auch vor der Koordinierungsstelle Praxislernen macht die Digitalisierung nicht Halt: Die Vorstellungsrunde, weitere Fragen an die Teilnehmenden sowie die Abschlussevaluation wurden diesmal mit dem Umfragetool mentimeter durchgeführt. (Die Ergebnisse sowie die Präsentationen der Impulsgebenden finden Sie in unserer ARNE-Gruppe Praxislernen)

Wir bedanken uns herzlich bei allen Impulsgebenden und Teilnehmenden!

 

Erfahrungsaustausch zum Praxislernen im homeoffice